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Diätwahn schadet der Gesundheit erheblich

Vom Diätwahn zur EssstörungDer Diätwahn hinterlässt Spuren des Leidens bei den Betroffenen. Von der Diät bis zur Essstörung ist es kein weiter Weg. Am Anfang freut man sich noch über die verlorenen Pfunde. Später ist das Gefühl für Hunger und Gewicht einfach nicht mehr da. Der Körper gerät in einen gefährlichen Teufelskreis, der ohne Therapie nicht mehr zu stoppen ist, denn die Menschen haben die Kontrolle über sich selbst verloren. Denn der Mensch muss Essen, damit er lebt.

Vorbild sind die dünnen Models in den Medien

Viele junge Mädchen leiden heutzutage häufig unter starken Essstörungen. Ob Supermodellwettbewerbe oder Illustrierte, überall sind total schlanke Typen von Frauen „in“. Die Medien propagieren ein Schönheitsideal, dem alle nacheifern. Mittlerweile ist mehr als jedes vierte Mädchen mager- oder esssüchtig. Rund die Hälfte der normalgewichtigen Frauen schätzt sich als zu dick ein und will den vermeintlichen Vorbildern in den Medien nacheifern und sie auch noch übertreffen. Dabei setzen sie ihre Gesundheit großen Gefahren aus.

Psychische Ursachen für Essstörungen

Die Essstörungen zählen zu den psychosomatischen Krankheiten. Sie können Ersatzbefriedigung für seelische Probleme, Leistungsdruck und Ersatz für Kummer oder mangelnde Liebe sein. Essen oder Hungern verdrängen die eigentlichen Probleme. Die Übergänge von einem leicht auffälligen Essverhalten zu einer krankhaften Essstörung sind meistens fließend und werden von der Umwelt nicht sofort erkannt.

Woran erkennt man eine Essstörung?

Essstörungen treten in verschiedenen Formen auf. Als Magersucht (Anorexia nervosa), als Essbrechsucht (Bulimia nervosa) oder in der Form der Binge Eating Disorder (Essattacken).

Magersucht

Als Magersucht wird ein Untergewicht von rund 15 % unter dem BMI in Höhe von 17,5 bezeichnet. Der Verlust an Gewicht begründet sich auf ein selbst herbeigeführtes Erbrechen und Abführen oder auch eine übermäßige sportliche Betätigung. Bei Frauen kann als Folge der Magersucht die Regelblutung ausbleiben. Bei Männern kann sich die Potenz erheblich verringern. In der Pubertät tritt durch die Magersucht ein Stopp des Wachstums oder auch ein Ausbleiben der Regel auf.

Essbrechsucht – Bulimie

Wer Bulimie hat, der beschäftigt sich andauernd mit dem Essen und ist nach Nahrungsmitteln gierig. Folge davon sind regelrechte Essattacken. Während dieser fühlt sich der Betroffene wohl. In ganz kurzer Zeit werden sehr große Mengen an Nahrung verspeist. Die Zunahme an Gewicht soll durch diese körperliche Reaktionen verhindert werden:

  • Erbrechen nach der Nahrungsaufnahme
  • missbräuchlichem Einsatz von Abführmitteln – Einnahme von Appetitzüglern.

Nach dem Essen plagen den Bulimiker Gewissensbisse, wegen seiner großen Essensmengen. Die Betroffenen haben eine panische Angst davor, dick zu werden. Das Gewicht befindet sich jedoch oft im Untergewichtsbereich.

Man befindet sich in einem regelrechten Kreislauf, der sich bis zu 20 bis 30 Mal am Tag wiederholt. Aber niemand darf von dem Leiden wissen, der Bulimiker leidet allein. Und sein Leiden verschlingt Unmengen von Geld – für Massen an Nahrungsmitteln.

Binge-Eating-Störung

Bei der Binge-Eating-Störung kommt es bei den Betroffenen zu regelrechten Fressattacken. Es wird in einem kurzen Zeitraum (rund ein bis drei Stunden) sehr viel gegessen.

Diese Fressanfälle werden von den folgenden Symptomen begleitet:

  • Es wird sehr schnell gegessen.
  • Ohne großen Hunger werden große Mengen verschlungen – ohne Hungergefühle.
  • Aus Scham wird stets allein gegessen.
  • Nachfolgend treten Ekel vor sich selbst und andere Schamgefühle auf.

Solche Fressattacken gibt es innerhalb von 6 Monaten an mehreren Tagen in der Woche. Der Betroffene leidet und grenzt sich aus und verschweigt der Umwelt sein Leiden.

Heilung von Essstörungen

Zur Behandlung einer Essstörung gibt es mehrere Behandlungsalternativen. Schwerpunkt sind dabei die psychotherapeutische und die medizinische Behandlung. Auch eine Selbsthilfegruppe ist sinnvoll. Das familiäre Umfeld sollte sich ebenfalls schulen lassen, wie es mit dem erkrankten Familienmitglied umzugehen hat.

Im Einzelfall kann eine ambulante oder aber auch die stationäre Behandlung angezeigt sein, je nach Krankheitsbild und Stadium der Krankheit. Die Frage der Kostenübernahme ist vor Behandlungsbeginn zu klären. Anhängig von der Dringlichkeit und dem Versicherungsstatus übernimmt die Krankenkasse oder der Rentenversicherungsträger und gegebenenfalls das Sozialamt die Kosten für die umfassende psychotherapeutische Behandlung.

Grundlage dafür ist ein ärztliches Gutachten der behandelnden Ärztin oder des jeweiligen Arztes. In diesem ist zu bestätigen, dass bei dem oder der Betroffenen eine Essstörung vorhanden ist und eine Therapie erforderlich ist. Der Erfolg der Theraphie ist vom Willen des Einzelnen abhängig. Bis zur Gesundung ist es ein weiter Weg. Manche schaffen ihn nie!

 

Jeder Mensch ist schön und liebenswert – auch ohne Größe 32 und Modellkarriere. Es lohnt nicht, seine Gesundheit und sein Leben dafür zu riskieren!